Weihnachtszeit ist Backzeit – egal, ob für Plätzchen, Kuchen, Brot oder Hefezopf. Doch was tun, wenn man in der Wohnung keinen Ofen hat? Die Lösung: Backen kann man zur Not auch auf dem Gasgrill.

Der Hefezopf – für mich eine Frühstücks-Ikone mit maximalem Genuss-Potenzial.

Ich beschließe nach meinem Umzug ins Schwabenland, mir so bald wie möglich selbst einen Zopf zu backen. Das einzige Problem dabei: Ich habe keinen Backofen. Eine Mulitfunktions-Mikrowelle wollte ich mir von Anfang an nicht kaufen. Dafür aber einen Gasgrill, der musste her – ich habe schließlich auch einen Balkon.

Das Rezept von Mutti per WhatsApp bekommen, kurz noch eingekauft und auf geht’s. Mehl, Milch, Hefe, Zucker, Ei, eine Prise Salz und Butter – mehr braucht es für mein kleines Genuss-Abenteuer gar nicht.

Hefe ist empfindlich und muss mit Liebe behandelt werden, so steht es im Rezept. Ich lege also ruhige Musik auf und entschleunige total. Beim Kneten lasse ich die Hektik der Weihnachtszeit hinter mir.

In freudiger Erwartung, ob der Teig auch aufgehen mag, schmeiße ich zum Vorheizen schon mal den Grill an. Mit Stolz stelle ich nach 45 Minuten fest, dass mein Teig aufgegangen ist. In der Hoffnung, dass mein improvisierter Backofen auch die richtige Temperatur hat – der Grill hat kein Thermometer –, knete ich den Teig ein letztes Mal gut durch. Es duftet dabei schon wunderbar nach Hefeteig und ich könnte immer weiter davon naschen. So entspannt und lecker duftend stelle ich mir die Weihnachtsbäckerei vor.

Beim Flechten des Zopfes haben Menschen mit langen Haaren definitiv einen Vorteil, merke ich.

Mir, mit meiner Kurzhaarfrisur, fällt es schwer, ein optisch halbwegs ansehnliches Exemplar zu formen. Es glückt aber, und ich kann ihn mit geschlagenem Ei bestreichen und endlich in den Ofen, ähm, auf den Grill stellen.

Zum Back-/Grillvorgang: Da ein herkömmliches Backblech nicht auf meinen Grill passt, habe ich eine Auflaufform genommen und darunter einen Metallring mit circa zwölf Zentimeter Durchmesser gelegt. So verteilt sich die Hitze besser.

Ich lege Auflaufform samt Zopf auf den Grill und warte. Dabei muss der Grill stets geschlossen sein, öffnet man ihn, verschwindet die ganze Hitze. Nach einer halben Stunde klingelt der Wecker und ich schaue aufgeregt nach.

Ein Geruch von Backwaren steigt mir in die Nase und ich sehe den vermutlich weltweit ersten gelungenen Hefezopf vom Gasgrill – ein Genuss für alle Sinne.

Abgekühlt und eingepackt, bringe ich ihn mit auf die Arbeit, wo die Kollegen freudig zustimmen: „Super lecker!“