Geh doch studieren, das wird die beste Zeit deines Lebens. Kann ich persönlich jetzt nicht so unterschreiben, ich fand das Studenten-Dasein ziemlich für´n Arsch. Ich sag euch auch warum: Das Schlimmste sind die Herzblut-Intellektuellen, die an jeder Hochschule rumlaufen. Für diese Vögel existiert ein Mensch generell erst mit Bachelor-Abschluss. Sie bilden sich derart viel auf ihre Bildung ein, dass sie völlig übersehen, dass kein Mensch sich für ihre achso wichtigen Projektarbeiten und Abhandlungen interessiert.

Schreiben, was andere schonmal gesagt haben

Der Umgang mit Texten an Hochschulen ist für jemanden, der mit dem Schreiben sein Geld verdient, der blanke Graus. Wahr ist nur, was in alten Büchern oder Doktorarbeiten steht. Was nicht zitiert wird, ist eigene Meinung und damit nicht zulässig. Für Fans von Sprache sind akademische Texte nahe an Körperverletzung.

Chronisch pleite

Es ist das älteste Klischee über Studenten, und in meinem Fall stimmt es auch: Während meinen sieben Semestern Regelstudienzeit hatte ich fünf Nebenjobs, teilweise auch gleichzeitig. So kann man sich gleich doppelt gut über Wasser halten. Man hat nämlich keine Zeit mehr, das (ohnehin wenige) Geld auszugeben.

Inhaltlich war mein Studium (Informationsdesign) übrigens ganz okay, auch meine Kommilitonen und Professoren waren gut. Es ist nicht das Studium an sich, das ich nervig finde. Es ist eher das Student-sein. Du bist nix Halbes und nix Ganzes, umgeben von eingebildeten Arroganz-Koryphäen und Hipster-Lappen, und nichtmal Kohle gibt´s dafür. Und am Ende, so ist jedenfalls meine Meinung, lernst du nirgends effektiver, als im tatsächlichen Beruf.